Karrierefrau und Supermami – so kann es funktionieren.

Startups- innovativ, kreativ und auf Wachstum ausgelegt. Startups schaffen Arbeitsplätze und bringen frischen Wind in die Unternehmenswelt. Startups sind irgendwie cool, weil sie nach Freigeist schreien und so viel Selbstverwirklichung in sich tragen. 

Girls can do anything!

Wir gehören zu dem geringen Anteil von Frauen, die ein eigenes Startup gegründet und damit den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt haben. Die Startup-Welt wird von Männern regiert und das nicht zu knapp: Noch immer sind 84,9 % der Startups durch männliche Gründer geprägt (Bundesverband deutsche Startups e.V.).

www.deutschestartups.org

Los Mädels, traut Euch!

Wir möchten Euch Mädels da Draußen ermuntern und motivieren genau diesen Schritt zu gehen. Denn auch, wenn die Selbstständigkeit durch viele Höhen und Tiefen geprägt, sehr zeitintensiv und risikobehaftet ist, bringt sie doch so viele Vorteile mit sich. Nämlich die Freiheit sich seine Zeit selbst einteilen, eigene Prioritäten setzen zu können und auch mal von zu Hause aus zu arbeiten. 

Trotzdem bleibt die Frage, wie man denn nun die Balance zwischen Karrierefrau und Supermami finden kann und wieviel Power und Selbstdisziplin dahinter steckt. 

Als wir vor rund 3,5 Jahren MeMedix gegründet haben, war der Kinderwunsch für uns beide noch in weiter Ferne. Wenn sich aber zwei Frauen dazu entscheiden ein eigenes Unternehmen zu gründen, sollte klar sein, dass der Gedanke von einer eigenen Familie doch irgendwann präsent werden kann. 

Jetzt kann man der Überzeugung sein, dass gerade zwei Gründerinnen diesen Schritt genau planen sollten, um den perfekten Zeitpunkt dafür finden zu können. 

Wer uns jedoch kennt, weiß, dass wir keine Planer(innen), sondern Macher(innen) sind. Mal abgesehen davon, dass dies wohl die einzige Sache ist, die man nun wirklich nicht im Vorfeld planen und mit einer festen Deadline versehen kann, kommt es am Ende doch sowieso anders, als man denkt. 

Warum es manchmal der beste Plan ist, keinen Plan zu haben. 

Als Jacky mir dann im Oktober letzten Jahres nach einem Termin im Auto erzählte, dass sie schwanger ist, war die Freude natürlich sehr groß. Mit dieser wunderbaren Nachricht hatte ich nicht gerechnet und war entsprechend emotional. Und trotz der ganzen Baby-Endorphine und der Aufregung, kamen wir beide irgendwann zu der Frage: wie soll es denn ab jetzt weiter gehen?

Du kannst Dir sicherlich vorstellen, dass einem viele Szenarien und Fragen durch den Kopf gehen, auf die man aber im Endeffekt keine klare Antwort finden kann. Es gibt einfach keinen Masterplan für eine Schwangerschaft oder die Zeit nach der Entbindung. Wie sagt man so schön hier in Kölle: jeder Jeck ist anders! Und genauso verläuft doch jede Schwangerschaft anders und jedes Kind entwickelt sich anders. Das haben wir nach kurzer Zeit beide verstanden, akzeptiert und uns darauf geeinigt ohne „Plan“ wie bisher weiter zu machen. So, wie es eben für Jacky machbar ist. 

Wir schätzen uns überaus glücklich, dass Tiemo mit seiner Arbeit einen so großen Teil für das Team einbringt. Denn nur mit so viel Leidenschaft und Herzblut lässt sich, wenn man das überhaupt so nennen kann, der „Ausfall“, bzw. die Auszeit von Jacky kompensieren. 

Wow – für so viel Gelassenheit. 

Wenn ich rückblickend auf Jacky’s Schwangerschaft schaue, bin ich von ihrer puren Gelassenheit sehr beeindruckt. Im April stand sie tatsächlich noch mit dickem Bauch (und vor allem dicken Füßen) bei uns am Stand auf der Altenpflege Messe in Nürnberg und hat wie immer mit ihrer offenen und positiven Art unseren MeMedix-Stand gerockt. Eine Woche vor Entbindungstermin saß sie hier im Büro, wie die letzten 3,5 Jahre. Mit entsprechend viel Power und Motivation. Gemecker oder Gestöhne? Fehlanzeige! Am Ende waren Tiemo und ich wahrscheinlich aufgeregter, als sie und mussten ihr fast verbieten, weiterhin Vollgas zu geben. 

Und, wenn man sich die süße 4 Wochen alte Leni anschaut, ist wohl exakt diese Balance zwischen Power und Gelassenheit das geheime Rezept, um so erfolgreich Mama und Unternehmerin zu sein. So ist zumindest meine Einschätzung.

So kannst Du auch Karrierefrau und Supermami werden.

Jetzt möchte ich es aber genau wissen und habe Jacky dazu befragt, wie sie sich während der Schwangerschaft gefühlt hat, ob sie Ängste hatte und welche Tipps und Erfahrungen sie uns Gründerinnen und denen, die es noch werden möchten, mit auf den Weg geben kann, um eine genau so tolle Karrierefrau und Supermami werden zu können. 

Wie geht es Dir mit Deiner neuen Rolle als Wife, Mum und Boss? 

Puh, obwohl man ja wirklich lange schwanger ist und in der Schwangerschaft selbst meint, man habe genug Zeit sich auf diese neue „Rolle“ vorzubereiten, habe ich mich gerade in der ersten Woche sehr unvorbereitet gefühlt und musste erstmal realisieren, dass nun wirklich noch ein kleiner Mensch zu uns gehört (der auch nicht mehr weggeht) 😀 Zudem musste ich mich erstmal von dieser Marathon-Geburt inkl. Kaiserschnitt erholen…

In der zweiten Woche habe ich mich tatsächlich etwas „eingesperrt“ gefühlt. Es war super heiß und ich war im Umgang mit der kleinen Leni noch nicht so sicher, sodass ich mich noch nicht traute, großartig das Haus zu verlassen. Wer mich kennt weiß, dass ich eigentlich nie zu Hause, sondern nur „auf Achse“ bin. Aktuell ist es so (Leni ist jetzt genau 4 Wochen alt), dass wir uns langsam einleben. Ich muss ehrlicherweise zugeben, dass ich den „Aufwand“ sich um ein kleines Baby zu kümmern doch etwas unterschätzt habe. Ich bin super froh und dankbar, dass ich mit Vany und Tiemo ein so tolles Team habe, sodass ich jetzt grade wirklich die Möglichkeit habe die kleine Leni erstmal kennen zu lernen und bei MeMedix deutlich kürzer trete. Ich finde mich immer besser in die neue Rolle hinein, sodass ich perspektivisch auch bei meinem anderen „Baby“ MeMedix bald wieder 200% geben kann. 

Bist Du langsam genervt von der Frage nach der Vereinbarkeit von Familie und Beruf?

Von der Frage an sich garnicht. Was mich viel mehr gestört hat (vor allem in meiner Schwangerschaft) waren die ganzen Zweifler und Pessimisten, die mich ganz mitleidig angeschaut haben und meinten, dass es das für mich mit MeMedix und mit meinem zeitaufwändigen Hobby „Pferd“ dann wohl war…

Als mein Mann und ich uns dazu entschieden haben eine Familie zu gründen, stand es niemals zur Diskussion mich entscheiden zu müssen. Ich habe eine tolle Familie, die komplett hinter allem steht was ich mache und ich kann euch sagen, dass die Omas sehr gerne auch mal ein Stündchen auf die Kleinen aufpassen. 

Hattest Du das Gefühl gegen die klassischen Klischees und das Rollenbild der Frau in Deinem Umfeld ankämpfen zu müssen?

Ich glaube, dass jede Frau, die sich dafür entscheidet „Karriere“ zu machen mit vielen Klischees zu kämpfen hat. Natürlich sind wir die, die die Kinder austragen, aber warum sollte man bei einem unproblematischen Verlauf der Schwangerschaft nicht auch auf eine Messe fahren oder Außentermine wahrnehmen dürfen, wenn man das möchte? 

Was glaubst Du, sind die Vorteile, als Selbstständige Mutter zu werden?

Ein großer Vorteil ist einfach, dass ich selber entscheiden kann, wann und wo ich arbeite. Ich kann hierdurch Rücksicht auf mein Kind nehmen, sehen wie es aufwächst, es mit zur Arbeit nehmen und bin aber trotzdem in der Lage mit anzupacken. 

Da Vany und Tiemo mich sehr schonen und ich aktuell größtenteils noch aus dem operativen Geschäft rausgehalten werde, habe ich auch wirklich die Zeit mich auf den Alltag mit Kind und Beruf einzustimmen. 

Hat das Mami-Sein Deine Prioritäten verändert?

Ja, auf jeden Fall. Sobald dieser kleine Mensch geboren ist, ist es als Mutter deine oberste Priorität und ich glaube, dass muss auch so sein! Das bedeutet im Gegenzug natürlich nicht, dass alles andere unwichtig geworden ist.

Wahr oder Falsch – Gibt es die perfekte Balance zwischen Familie und Beruf? 

Ich denke, dass ich diese Frage aufgrund der Kürze der Zeit noch nicht vollständig beantworten kann, wobei ich glaube, dass hier jeder ganz individuell schauen sollte, die perfekte Balance für sein Kind, sein Unternehmen und sich selbst zu finden. Für mich ist es in jedem Fall ein Leben mit Kind und Beruf! 

Was sollte politisch anders laufen, damit selbstständige Frauen besser unterstützt werden können? 

Es sollte einfacher werden verlässliche Informationen zu den Themen „Mutterschutz“ und „Elterngeld“ zu erhalten. Gerade junge Unternehmen sind auf jede (wo)menpower angewiesen, sodass auch nur ein kurzer personeller Ausfall große Auswirkungen haben kann. Eine finanzielle Unterstützung oder ein Ausgleich durch Steuererleichterung für kleine Startups in dieser Situation würde ich als sehr sinnvoll erachten.

Wovor hattest Du die größte Angst?

Eine große Angst war immer nicht mehr Allem und Jedem gerecht werden zu können. Hiervon sollte man sich aber unbedingt frei machen und die Situation einfach auf sich zukommen zu lassen. Ich hatte natürlich das große Glück, dass ich super Freunde/Kollegen (hiermit meine ich Vany und Tiemo) und eine ganz tolle Familie habe, die mir durch Ihre Unterstützung diese Ängste genommen haben. Vor der Geburt hatte ich gar keine Angst, dabei war das bisher das heftigste Erlebnis an der ganzen Geschichte.

Wie hat sich Dein Tagesablauf verändert?

Aktuell dreht sich natürlich alles um Leni- d.h. füttern, wickeln, rumtragen, beruhigen und kuscheln. Es gibt noch keinen festen Tagesablauf. Ich richte aktuell alles nach ihren Bedürfnissen aus. Apropos Bedürfnis…ich glaube, dass ich mal kurz die Windel wechseln sollte… *stink*.

Wie macht sich Abby als große Schwester?

Abby ist die beste große Schwester, die man sich wünschen kann. Sie passt schon auf die kleine Leni auf und stellt sich vor die Wiege, wenn sich die kleine bemerkbar macht oder sogar weint. Ich bin mir sicher, dass die Beiden die dicksten Freunde werden. 

Bist Du froh, dass Dein Kleiderschrank Dir wieder passt?

Viele Sachen passen leider noch nicht, aber ich bin in jedem Fall froh, dass ich meinen Körper wieder für mich alleine habe. Einige werden jetzt sagen, dass kann sie doch nicht bringen, aber – ich war nicht wirklich gerne schwanger. Das soll nicht heißen, dass ich nicht dankbar für eine komplikationslose Schwangerschaft und ein gesundes Kind bin, aber ich habe mich nicht ganz so wohl mit den körperlichen Einschränkungen gefühlt.

Auf was freust Du Dich am meisten, wenn Du zurück im Büro bist? 

Darauf, dass Abby und Polly wieder vereint sind 🙂 und natürlich auf meine Crew <3

NOTHING CAN STOP A WOMAN ON A MISSION. 

In diesem Sinne, seid mutig und lasst uns gemeinsam mit viel Frauenpower die Welt rocken. 

Jacky & Vany